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Geschichtlicher √úberblick
Von Donata Panciera

Seit jeher hat der Mensch versucht, sich w√§hrend der Sommerhitze mit k√ľhlen, oder wenn dies m√∂glich war, sogar eisgek√ľhlten Getr√§nken K√ľhlung zu verschaffen.
Seit dem 16. Jahrhundert haben Italiener an den wichtigsten H√∂fen Europas sehr interessante Versuche gemacht, mit Eis und Salz gek√ľhlte S√ľ√üspeisen herzustellen. Das echte Speiseeis aber entstand, als es gelang, K√§lte zu erzeugen, darin den Beh√§lter mit der zu gefrierenden Fl√ľssigkeit zu drehen und mit einer gewissen Geschwindigkeit das nach und nach von einem fl√ľssigen in einen festen Zustand √ľbergehende Produkt von den W√§nden abzunehmen, das dabei Luft aufnahm und eine weiche und feine Struktur annahm.
Die Geschichte der Kältetechnik ist wahrscheinlich die Geschichte des Speiseeises und umgekehrt.
Wir m√ľssen bis ins 19. Jahrhundert warten, damit die handwerklich arbeitenden Speiseeishersteller beginnen, die Fl√ľssigkeit von den R√§ndern zu spachteln, die in einem Zinnbeh√§lter gefriert, den man in einem Holzbecken drehen l√§sst, das Eis und Salz enth√§lt.
Dieser unbequeme und schwierige Arbeitsgang wurde nach und nach verbessert, blieb aber im Grunde bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts unver√§ndert, als ein Motor auf der ‚ÄúEismaschine‚ÄĚ angebracht wurde, um den Beh√§lter mit der Fl√ľssigkeit drehen zu lassen. Das Spachteln wurde nat√ľrlich weiterhin von Hand durchgef√ľhrt, aber man hatte schon eine Einsparung von 50%25 der Arbeit erreicht.
In den letzten Jahrzehnten des 19. und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts hatten einige Speiseeishersteller aus dem Veneto damit begonnen, nach Deutschland und √Ėsterreich zu gehen, um dort ihr Eis herzustellen. Dieses neue Produkt wurde in der anspruchsvollen Hauptstadt des √∂sterreichisch-ungarischen Reichs sofort gut angenommen. Gleichfalls machten Speiseeishersteller aus der Toskana, Neapel und Sizilien das Speiseeis in vielen anderen Teilen der Welt bekannt und geliebt: Schweiz, Holland, Belgien, Frankreich, England, Polen, Argentinien, Spanien, Kanada und Vereinigte Staaten.
Das Jahrzehnt von 1920 bis 1930 ist von grundlegender Bedeutung f√ľr das Eiscaf√© gewesen: Es sind Ereignisse eingetreten, die einen so einschneidenden Impuls gegeben haben, dass sich die bestehende Situation radikal ver√§nderte.
Eines der wichtigsten Ereignisse ist sicherlich die Markteinf√ľhrung der ersten automatischen Eismaschine im Jahr 1927 durch Otello Cattabriga aus Bologna gewesen. Das Spachteln des Produkts, das bis dahin von Hand vorgenommen wurde, erfolgte endlich auf automatische Weise.
Sofort danach verbreitete sich 1930 die Mode, Eis im H√∂rnchen zu essen, das erfunden wurde von dem Italiener Italo Marchioni (1868-1954), der urspr√ľnglich aus den Marken kam und in New York City wohnte.
Vom Eishappen, bei dem das Eis zwischen zwei Waffeln gegeben wurde, ist man √ľbergegangen auf das H√∂rnchen, ein bequemes und lustiges Beh√§ltnis, das im Jahr 1903 in Amerika patentiert wurde, auch wenn es schon am Ende des 19. Jahrhunderts in England, Frankreich und Deutschland benutzt wurde, wie beschrieben wird von der Kochbuchautorin Agnes Marschall, die zwei Rezeptb√ľcher speziell f√ľr Eis ver√∂ffentlichte und auch eine Maschine f√ľr die Produktion von Eis patentierte. Dies leitete eine Epoche ein. Sicherlich war Eis damals ein Luxus f√ľr wenige Privilegierte und f√ľr alle anderen eine seltene Ausnahme.
In den 20er Jahren begann erneut die Emigration der Speiseeishersteller aus Italien. Einige Speiseeishersteller aus dem Veneto kehrten nach √Ėsterreich zur√ľck, andere (anschlie√üend immer zahlreicher) gingen in die St√§dte Deutschlands, Hollands, die osteurop√§ischen L√§nder wie Ungarn, die Tschechoslowakei und Polen sowie an die K√ľsten Jugoslawiens.
Einige Gruppen von Speiseeisherstellern aus der Provinz Frosinone gingen hingegen nach England, Frankreich, Schottland und Belgien.
Schnell wurde das italienische Speiseeis ein in ganz Europa bekanntes und geschätztes Produkt.
Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs kreierten die Speiseeishersteller, die wichtige Lokale in Italien und im Ausland hatten, sechs oder sieben Spezialitäten, die gute Verbreitung fanden. Die bevorzugten Spezialitäten waren: Amarenabecher, Spaghetti-Eis, Schokobecher, Banana Split, Fruchtbecher, Krokantbecher. Zubereitet wurden sie in Bechern aus Glas oder Metall, die zu diesem Zweck geeignet waren, schön dekoriert wurden und eine Kombination der richtigen Eissorten enthielten.
W√§hrend der Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg fand das industriell hergestellte Eis Verbreitung in Europa. Am Anfang war es wirklich schwierig f√ľr die handwerklich arbeitenden Betriebe, auf deren Verdr√§ngung die Industrie abzielte.
Es waren harte Jahre f√ľr die Speiseeishersteller: Einige alte Eiscaf√© verschwanden, die alten Maschinen f√ľr die Eisproduktion wurden au√üer Betrieb gesetzt, √ľber der Zukunft der Speiseeishersteller zogen dunkle Wolken auf, aber diese Widrigkeiten trieben die handwerklich arbeitende Branche nach vorn, brachten Schlag auf Schlag Verbesserungen und zwangen die Speiseeishersteller dazu, ihr Produkt auf entscheidende Weise vom industriell hergestellten Produkt zu unterscheiden, wodurch zu einer st√§ndigen Verbesserung des Qualit√§ts- und Hygieneniveaus, einer Vermehrung der Eissorten, einer allgemeine Versch√∂nerung der Lokale und als wichtigstem Faktor zu einer Steigerung der Kreativit√§t und Phantasie getrieben wurde.

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