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Die Entwicklung der Eismaschine
Von Dr. Debora Calchera

Das moderne Speiseeis entsteht mit der Entwicklung der kĂŒnstlichen KĂ€lte. Schon um das Jahr Tausend wurde gemahlenem Eis Kaliumnitrat zugesetzt, um Temperaturen unter null Grad zu erhalten, und es scheint, dass schon im Jahre 1530 in Sizilien und genauer in Catania ein Handwerker Sorbets mit einer Mischung aus Eis und Kaliumnitrat zubereitete. Dieses Verfahren wurde 1607 von einem Mann namens Latinus Tancredus wieder eingesetzt. Im Jahre 1626 erzielte hingegen ein gewisser Santoro dasselbe Ergebnis durch die Mischung von KĂŒchensalz und Schnee in einem VerhĂ€ltnis von 1 zu 3.
Nicht zu vergessen ist, dass einige Jahre zuvor (1597) Galileo Galilei das Thermometer erfand, das es möglich machte, eine prĂ€zise Kontrolle der gewĂŒnschten Temperaturen bei der Produktion wie auch bei der Konservierung vorzunehmen. Durch die Zugabe von Schwefeldioxid zum gemahlenen Eis wurden auch Temperaturen von – 30°C erreicht.
Das zerstoßene Eis war also mit dem Zusatz von Salz oder Kaliumnitrat in unterschiedlichen Proportionen ab dem 16. Jahrhundert und fĂŒr viele weitere Jahrhunderte das einzige System fĂŒr den Erhalt von kĂŒnstlicher KĂ€lte und somit fĂŒr die Produktion und Konservierung von Speiseeis.
FĂŒr die Lagerung des Eises wurden halbe FĂ€sser aus Hartholz eingesetzt. Der Gefrierprozess erfolgte, indem TerracottabehĂ€lter in das mit Salz vermischte gemahlene Eis getaucht wurden, von deren RĂ€ndern der handwerklich arbeitende Speiseeishersteller mit einem Holzlöffel nach und nach den sich verfestigenden Inhalt abnahm. Schon bald wurden diese TerracottabehĂ€lter von anderen BehĂ€ltern aus Zinn und manchmal auch aus Eisen- oder Kupferblech ersetzt. Anschließend wurden die BehĂ€lter mit einem Deckel mit einem robusten Griff versehen, der dazu diente, den BehĂ€lter zu drehen; es war nĂ€mlich festgestellt worden, dass “die Drehbewegung des BehĂ€lters um eine vertikale Achse dem Speiseeis eine feinere Struktur mit weniger groben Kristallen verlieh als bei einem Produkt, das einer statischen Gefrierung ausgesetzt war”. Diese BehĂ€lter, die mit der Zeit immer höhere zylindrische Formen annahmen, um den Inhalt schneller und homogener zu gefrieren, wurden “Sorbettiere” (Sorbetbereiter) genannt. Ein weiterer wichtiger Schritt nach vorn wurde getan, als der handwerklich arbeitende Speiseeishersteller bemerkte, dass auch ein Topf mit rundem Boden ausgezeichnet fĂŒr die Zubereitung von Speiseeis geeignet war. In diesem Fall fehlt der Deckel, aber die Spachtelung war wesentlich einfacher. Der BehĂ€lter war nur teilweise gefĂŒllt, damit die Mischung auf einer grĂ¶ĂŸeren FlĂ€che und somit schneller gefrieren konnte.
Die Technik der Eisproduktion blieb bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts hinein manuell.
Es scheint, dass einer der ersten Sorbetbereiter mit Kurbel im Jahr 1840 in Amerika von einer Frau, Nancy Jonson, gefertigt wurde.
In Europa gibt es Hinweise auf ein GerĂ€t fĂŒr “große” Eisproduktionen, das von dem Deutschen Fuller hergestellt wurde: Dieses GerĂ€t bestehend aus einem Holzbottich mit doppelter Wand mit Isolierung enthielt einen Sorbetbereiter aus Kupfer oder Zinn in Birnenform, der ĂŒber eine Kurbel gedreht wurde, die senkrecht zur BehĂ€lterachse angebracht war.
Anschließend wurde darauf ĂŒbergegangen, die Kurbel auf einer Seite des GerĂ€ts zu positionieren, wobei die beiden Achsen, nĂ€mlich die waagerechte der Kurbel und die senkrechte des Sorbetbereiters, ĂŒber eigene ZahnrĂ€der verbunden wurden: Die Kurbel bekam eine GrĂ¶ĂŸe, dass sie bequem mit beiden HĂ€nden betĂ€tigt werden konnte und der Umfang des Handrads hatte eine solche GrĂ¶ĂŸe, dass es besser vom Menschen bedient werden konnte. Die ZahnrĂ€der der beiden Achsen wurden so klein wie möglich gehalten, um dem Sorbetbereiter eine grĂ¶ĂŸere Geschwindigkeit zu verleihen. Der Bottich aus Hartholz verfĂŒgte ĂŒber einen Stopfen fĂŒr den Abfluss des Wassers, das sich nach und nach durch das Schmelzen des Eises bildete.
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts (1905-1906) bemerkte man mit der Erfindung des elektrischen Stroms, dass es möglich war, die manuelle Bewegung gegen einen Elektromotor auszutauschen, der auf dem Boden stand und an der Kurbel befestigt war, die durch einen Antriebsriemen in eine Riemenscheibe umgewandelt wurde. Ein weiterer Schritt nach vorn wurde getan, als es gelang, den Antriebsriemen zu eliminieren: Der am Maschinenkopf befindliche Elektromotor wurde direkt auf dem Sorbetbereiter angebracht. Im Jahre 1927 patentierte Otello Cattabriga aus Bologna eine absolut innovative Maschine, in die ein automatischer Spachtel eingebaut war. Der Sorbetbereiter war nun nicht mehr birnenförmig, sondern es wurde endgĂŒltig die noch heute gebrĂ€uchliche Zylinderform eingefĂŒhrt. Am 3. Februar 1931 erteilte das BĂŒro fĂŒr Geistiges Eigentum des zustĂ€ndigen Ministeriums (Ministero delle Corporazioni) des Italienischen Reiches Otello Cattabriga das Industriepatent Nummer 282161 fĂŒr eine automatische Maschine fĂŒr Speiseeis. Die Eisbereitung war einfach, schnell und wenig anstrengend geworden. Das Cattabriga-System bedeutete einen beachtlichen QualitĂ€tssprung fĂŒr das italienische Speiseeis und trug dazu bei, den Ruhm und das Ansehen in der Welt zu erhöhen.
In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen waren auch die ersten KĂŒhlkompressoren eingefĂŒhrt worden, die auf dem Prinzip basierten, dass die Verdampfung einer FlĂŒssigkeit der umliegenden Umgebung WĂ€rme entzieht. Diese wurden von den ersten Speiseeisherstellern in den dreißiger Jahren eingesetzt und dank der Salzlake (eine salzhaltige Lösung, die nicht einfrieren konnte und in KĂŒhlmaschinen stark abgekĂŒhlt wurde) konnten sie die Eiskonservierungstheken und die Eismaschinen kĂŒhlen.

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