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Azubis fĂŒr den Beruf der Fachkraft fĂŒr Speiseeis gesucht und zertifiziertes EiscafĂ© fĂŒr seine Einstellung verzweifelt gesucht

Zum 1. August 2014 ist die neue Ausbildungsordnung fĂŒr die Kurse fĂŒr die Ausbildung zum Speiseeishersteller in Deutschland in Kraft getreten. Der Beruf trĂ€gt nun offiziell die Bezeichnung “Fachkraft fĂŒr Speiseeis”.
Nach Abschluss der Testphase von fĂŒnf Jahren des zweijĂ€hrigen Kurses “Ausbildung zum/zur Speiseeishersteller/in” sind die Ergebnisse enttĂ€uschend gewesen und haben weit unter den Erwartungen gelegen (nur sehr wenige zertifizierte EiscafĂ©s haben Azubis eingestellt und nur wenige Berufseinsteiger haben teilgenommen). Der Kurs ist vom Ministerium fĂŒr Bildung aus der Geschichte der Berufe in Deutschland gestrichen worden. Eine neue Kommission fĂŒr Arbeit der Ministerien hat jedoch entschieden, Uniteis eine weitere und letzte Chance zu geben und einen anderen Kurs mit einer Dauer von drei Jahren entwickelt. Die Voraussetzungen, damit dieser neue Kurs ein fĂŒr allemal in der Zukunft bestehen bleibt, sind sehr streng. In den fĂŒnf Testjahren mĂŒssen jĂ€hrlich mindestens 100 ArbeitsvertrĂ€ge mit Auszubildenden erreicht werden. Nun mĂŒssen wir uns die Ärmel hochkrempeln: Ab sofort mĂŒssen durchgehend zertifizierte EiscafĂ©s benannt werden und parallel mĂŒssen Auszubildende gefunden werden, die bereit sind, diesen neuen Beruf zu erlernen.
Aus Sicht unserer italienischen Erfahrung besitzt der neue Kurs Eigenschaften, die bekannt sind und dem Àhneln, was in Italien gemacht wurde, nÀmlich ein typischer Kurs der Hotelfachschule mit einer Abschlussspezialisierung im Eiscafé.
Auch mit dem neuen Kurs in Deutschland wird der Unterricht der ersten beiden Jahre zusammen mit den SchĂŒlern der Hotelfachschule abgehalten und die FĂ€cher sind die typischen FĂ€cher der Arbeit in der Gastrobranche, z.B. Betreuung der GĂ€ste mit Service an Theke und Tischen, Kenntnis der Hygienevorschriften, Lagerung und Konservierung von Zutaten, frischen und tiefgekĂŒhlten Produkten; Organisation der Arbeit, GeschĂ€fts- und BuchfĂŒhrung des Unternehmens, Marketing und Kommunikation, Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften am Arbeitsplatz, Benutzung von Maschinen in GeschĂ€ft und Labor, Kenntnis der Vorschriften zum Umweltschutz und zur Abfallentsorgung. Das dritte Jahr hingegen wird vollstĂ€ndig dem Thema Speiseeis gewidmet mit der handwerklichen Produktion von Milch- und Fruchteis, Sorbets, Halbgefrorenem und Eistorten; das Ausprobieren der Rezepte, die Analyse von Zutaten und das Studium der Zutatengewichtung, ohne dabei die Kreierung von Eisbechern und die Entwicklung neuer Sorten und SpezialitĂ€ten zu vergessen. Weitere LehrfĂ€cher wĂ€hrend der drei Jahre sind die Kenntnis und das Abgebot von KaffeegetrĂ€nken, wie auch die handwerkliche Herstellung von KleingebĂ€ck.
Schon ab dem ersten Jahr werden die Azubis gemĂ€ĂŸ dem deutschen dualen System den praktischen Teil in einem Unternehmen ableisten und wer schon von Anfang an weiß, dass er Speiseeishersteller werden will, wird sofort als Azubi in einem EiscafĂ© anfangen. Wer hingegen seine Entscheidung erst spĂ€ter trifft, muss den Betrieb wĂ€hrend der Ausbildung wechseln. Es ist darĂŒber hinaus wĂ€hrend des Winters Blockunterricht (vier Wochen) fĂŒr die Auszubildenden vorgesehen, die eine Ausbildung in einem EiscafĂ© machen. Eine PrĂŒfung am Ende des ersten Jahres und eine PrĂŒfung am Ende des dritten Jahres, die bekannte GesellenprĂŒfung, schießen den Ausbildungsweg ab. FĂŒr die Teilnahme an den Kursen ist keine Altersgrenze und keine Vorbildung vorgesehen, wie es die europĂ€ischen Vorschriften verlangen.
Wird der Kurs im Detail im Hinblick auf seine FĂ€cher und seine Struktur analysiert, muss ich anerkennen, dass er großes Potential fĂŒr die Erreichung der vorgegebenen Ziele birgt. Zum Beispiel erlaubt es die Dauer von drei Jahren den Azubis, auf natĂŒrlichere Weise reif zu werden, wodurch die Überzeugung hinsichtlich des gewĂ€hlten Berufs wĂ€chst. GrundsĂ€tzlich ist die Chance, die richtigen Azubis fĂŒr die EiscafĂ©s zu finden, somit grĂ¶ĂŸer. Das Erlernen der FĂ€cher in den ersten beiden Jahren vermittelt auch Kenntnisse von grundlegender Wichtigkeit, um sicher in einem EiscafĂ© arbeiten und es spĂ€ter, wenn nötig, leiten zu können. Ein Auszubildender, der von seiner Wahl ĂŒberzeugt ist und die theoretischen Kenntnisse besitzt, die dieser Kurs vermittelt, kann im EiscafĂ© eine treibende Kraft werden. Seitens des Speiseeisherstellers hingegen ist die Pflicht, fĂŒr den Erhalt der Zertifizierung, die notwendig fĂŒr die Einstellung von Azubis ist, den AdA-Kurs (Ausbildung der Ausbilder) zu machen, eine einzigartige Chance, um das Niveau seiner ProfessionalitĂ€t als Speiseeishersteller und als Unternehmensleiter anzuheben. Die Kenntnisse, die der handwerklich arbeitende Speiseeishersteller aus diesem zweiwöchigen Kompaktkurs mitnimmt, heben ihn automatisch von der Konkurrenz ab und zeigen sein Engagement fĂŒr seine Kunden. Dank des AdA-Kurses ist der Speiseeishersteller in der Lage, den Azubi bestmöglich anzuleiten, um ihn zu dem wertvollen und kompetenten Mitarbeiter zu machen, nach dem der jahrelang gesucht hat, und der spĂ€ter der richtige Nachfolger fĂŒr die Übernahme des EiscafĂ©s werden könnte. Zusammenfassend können wir sagen: Lasst uns an diese Initiative glauben und diese Erfahrung freudig angehen. Es ist die letzte Chance, die wir haben, um uns zu retten. Die Alternative ist nur der Schiffbruch unter tausenden Amateuren, denn ohne offizielle Anerkennung werden wir uns nicht von ihnen unterscheiden.

Annalisa Carnio
DigitalSparks s.r.l.